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Jahresthema 2026 : Klimawandel und Anpassung

Im historischen Bauerngarten versucht das ehrenamtliche Team des ökologischen Netzwerkes Uslar e.V. seit mehr zwanzig Jahren mit allen Projekten einen nachhaltigen Lebensraum für Fauna und Flora zu schaffen. Wir haben gelernt, dass wir uns mit der Bepflanzung jedes Jahr an neu veränderte Bedingungen flexibel anpassen müssen, je nach Schattenwurf der alten Bäume und wechselnder Sonneneinstrahlung. Wir beobachten die Entwicklung der Pflanzengesundheit und haben manches alte Konzept verworfen. Jetzt versuchen wir, die vermehrte Trockenheit durch die Auswirkungen des Klimawandel in der Gestaltung der Beete zu berücksichtigen. So finden sich in unserem Schaugarten Bereiche mit mehrjähriger Bepflanzung und Beete mit nur einjähriger Bepflanzung.

Unsere Ideen für trockenheitstolerante einjährige Beete in diesem Jahr

Das „Schwesternbeet“: Die „Drei-Schwestern-Methode“ ist eine jahrtausendealte Mischkultur aus Mais, Bohnen und Kürbis, die aus Lateinamerika stammt. Diese Pflanzen unterstützen sich gegenseitig und verbessern den Boden nachhaltig. Der Mais dient als Rankhilfe für die kletternden Bohnen, die Stickstoff binden. Die großen Blätter des Kürbis halten durch ihre Beschattung den Boden feucht. Alle drei Pflanzen wurzeln zudem in unterschiedlichen Bodenschichten.

Rankende wärmeliebende Pflanzen: Das Stangenbohnengerüst vom letzten Jahr soll mit Kalebassen (Flaschenkürbis), Feuerbohnen, Kapuzinerkresse und kletternden Erdbeeren bestückt werden.

Die Klimaänderung begünstigt auch das Wachstum von mediterranen Kräutern in unserer kleinen Kräuterschnecke, wie Rosmarin, Oregano, Lavendel, Salbei, Thymian, die auch in der Blüte viele Insekten anlocken. Sie wollen wir ergänzen mit dem Versuch, in einem Beet Auberginen, Paprika, Zucchini und Artischocken zu kultivieren.

Hochbeet mit Kräutern: Wärmeliebende Pflanzen gedeihen im Hochbeet durch die wachstumsfördernde Befüllung besonders gut. Die Bepflanzung im Hochbeet ist rückenfreundlich zu bearbeiten und erleichtert zudem die Schneckenabwehr., vor allem auch, weil Gewürzstauden oft behaarte oder ledrige Blätter haben und ätherische Öle oder Bitterstoffe speichern.

Hitze- und Trockenresistenz zeichnen den bis 1,50 hohen Amaranth aus, ein Fuchsschwanzgewächs mit pupurfarbenen Blütenstängeln. In vielen Bauerngärten gehört er zum Sommerflor. Die Blätter sind wie Spinat essbar, die feinen Samen haben gekocht ein nussiges Aroma.

Ein ebenso wichtiger Eiweißlieferant ist die Kichererbse. Kichererbsen vertragen hohe Temperaturen, benötigen wenig Wasser und kommen wegen ihrer Knöllchenbakterien mit kargem Boden zurecht.

Außer der Reihe ist der Anbau verschiedener Kohlsorten, die auch im Halbschatten gedeihen. Wir haben inzwischen über Jahre mit Kompost den Boden so aufgebaut, dass wir es wagen können, alte Sorten wie z.B. den stark zehrenden Palmkohl zu pflanzen. Kohl benötigt besonders im Spätsommer aufmerksame Pflege mit regelmäßigem Gießen.